Alkohol & Körper
Trinkmenge und Blutalkohol
Wie die Widmark-Formel funktioniert – und wo sie endet.
Bei einer alkoholbezogenen MPU spielen häufig zwei Angaben eine wichtige Rolle: die erinnerte Trinkmenge und der festgestellte Alkoholwert. Beides muss nicht mathematisch exakt übereinstimmen, sollte aber in einer nachvollziehbaren Größenordnung zueinander passen. Um diesen Zusammenhang zu verstehen, hilft es zu wissen, wie Alkoholmenge und Blutalkoholkonzentration überschlägig zusammenhängen.
Kurz erklärt
- Getränke werden zunächst in Gramm reinen Alkohols umgerechnet.
- Die beschreibt die Konzentration von Alkohol im Blut.
- Die dient zur überschlägigen Einordnung, nicht zur exakten Rekonstruktion.
- Körpergewicht und Verteilungsfaktor, und Alkoholabbau beeinflussen die Rechnung.
Warum ist das für deine MPU wichtig?
In der Begutachtung können deine Angaben zur Trinkmenge mit dem festgestellten Alkoholwert verglichen werden. Es geht nicht um eine mathematische Punktlandung. Deutliche Widersprüche solltest du aber erkennen und nachvollziehbar einordnen können.
1. Alkoholmenge in Gramm
Ausgangspunkt jeder Überlegung ist, wie viel reiner Alkohol in den Getränken steckte. Dafür rechnest du die Getränkemenge in Gramm Alkohol um:
Gramm Alkohol = Menge in ml × Volumenprozent / 100 × 0,8
Ein halber Liter Bier mit 5 % enthält so etwa 20 g Alkohol.
2. Blutalkoholkonzentration (BAK)
Die gibt an, wie viel Alkohol sich im Blut befindet, angegeben in Promille. Sie hängt nicht nur von der Alkoholmenge ab, sondern auch davon, auf wie viel Körperflüssigkeit sich der Alkohol verteilt und wie viel Zeit seit dem Trinken vergangen ist.
3. Die Widmark-Formel
Die verbindet diese Größen zu einer überschlägigen Rechnung:
Theoretische BAK (‰) = Alkohol in g / (Körpergewicht in kg × Verteilungsfaktor r)
Der Verteilungsfaktor liegt bei Männern um 0,7, bei Frauen um 0,6. Ein Teil des Alkohols gelangt nicht ins Blut (). Außerdem baut der Körper laufend Alkohol ab; überschlägig kann man ungefähr 0,1–0,15 ‰ pro Stunde ansetzen, der tatsächliche Abbau ist individuell unterschiedlich.
Wichtige Rechenwerte auf einen Blick
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4. Von der BAK zur Trinkmenge
Kennst du den festgestellten Wert, lässt sich umgekehrt überschlagen, welche Trinkmenge ungefähr dazu passen könnte. So kannst du prüfen, ob deine Erinnerung in einer nachvollziehbaren Größenordnung liegt.
Von der BAK zur Trinkmenge
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5. Von der Trinkmenge zur BAK
Gehst du von deiner erinnerten Trinkmenge aus, kannst du abschätzen, welcher Wert sich daraus ungefähr ergeben würde – und ihn mit dem aktenkundigen Wert vergleichen.
Von der Trinkmenge zur BAK
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Grenzen / typische Missverständnisse
- Solche Rechnungen sind nur eine überschlägige Orientierung. Forensische Rückrechnungen folgen eigenen Regeln.
- Weicht deine Rechnung stark vom festgestellten Wert ab, ist das ein Anlass, deine Erinnerung ehrlich zu prüfen – nicht, Zahlen passend zu machen.
- Auch der Rechner unten liefert nur eine grobe Orientierung und ist keine Freigabe zum Fahren.
Was bedeutet das für deine Vorbereitung?
- Übertrage Getränke, Mengen und Zeiten so konkret wie möglich in deine Rekonstruktion des Auffälligkeitstags.
- Vergleiche das Ergebnis vorsichtig mit dem festgestellten Wert und halte fest, was du sicher weißt und was du nur schätzt.
Verwandte Begriffe
Passende Arbeitsbereiche
Rechner: Trinkmenge und Promille
Die BAK wird hier nur grob mit der Widmark-Formel geschätzt. Ein Resorptionsdefizit und individuelle Faktoren beeinflussen den tatsächlichen Wert.
Überschlägige Orientierung, keine forensische oder medizinische Bewertung. Eingaben werden nicht gespeichert.
Reiner Alkohol
0 g
Theoretischer Höchstwert (ohne Abbau, ohne Resorptionsdefizit)
0,00 ‰
Grobe Spanne nach 3 Std. (Defizit 10–30 %, Abbau 0,1–0,15 ‰/h)
0,00 – 0,00 ‰
Formel nach Widmark. Individuelle Faktoren wie Essen, Gesundheit oder Trinkgeschwindigkeit sind nicht berücksichtigt.